www.esfilm.net







          +  

Das Bergwerk

Musiktheaterproduktion
Voraussichtlicher Produktionsstart: 2008 - Das Projekt wurde verschoben.

Auf den 60. nördlichen Breitengrad, in der Ortschaft Falun, die in der schwedischen Landschaft Dalana liegt, wird 1809 folgende Mitteilung durch die städtische Zeitung verbreitet: ‚Man fand einen ehemaligen Bergmann in der schwedischen Eisengrube zu Falun, als zwischen zween Schachten ein Durchschlag versucht wurde […]'. Niemand kennt diesen Bergmann mehr, dessen Leichnam versiegelt durch Virtiolwasser sein jugendliches Aussehen bewahrt hat. Allgemeine Ratlosigkeit macht sich breit, bis eine alte Frau auf einen Stock hinzu gehumpelt kommt und sich neben dem Leichnam niederlässt: ihr Verlobter sei es gewesen, der vor rund fünfzig Jahren im Bergwerk verunglückte. Und so sehen die Umstehenden ‚die Wiedervereinigung dieses seltenen Paares, da sich das eine im Tode und in tiefer Gruft das jugendliche Aussehen, das andere bei dem Verwelken und Veralten des Leibes die jugendliche Liebe treu und unverändert erhalten hatte.'

Der Stoff über Vergänglichkeit, Unvergänglichkeit, Tod und Liebe als (hier sogar transzendenter) Konstante hat in der Literatur- und Kunstgeschichte nur vereinzelt Anklang gefunden. Einige wenige bekannte Autoren wie Hebbel, Hoffmannsthal und Wagner, der ein Libretto schrieb, haben sich ihm gewidmet. Bei Paul Auster findet man eine abgewandelte Version der Geschichte in dem Film ‚Smoke'. Außer diesen und einigen weniger bekannten Bearbeitungen hat die Meldung des Faluner Morgenblattes kaum Gehör gefunden. Sie blieb weitestgehend ohne einen (künstlerischen) Nachhall und ging in der Peripherie der allgemeinen Literaturgeschichte verschütt.

Die zeitlosen Motive und Themen graben wir nun wieder aus. Ausgehend von dem Stoff entwickeln wir gemeinsam mit der Band ‚Acadian Post' eine Performance, die sich mit den universellen Themen von Vergänglichkeit und Tod auseinandersetzt und stellen die Frage neu, ob sich Liebe als eine Konstante in unserem heutigen Leben überhaupt noch denken lässt.